FAI Grand Prix Germany

Spannende Luftrennen zu erwarten. Mehrere Weltmeister und Vizeweltmeister beim FAI Sailplane Grand Prix Germany in Musbach dabei.

Rasante Luftrennen sind vom 06. – 13.  August beim FAI Sailplane Grand Prix Germany in Musbach zu erwarten. Dieser wird in der 18-Meter Klasse ausgetragen. Der Gewinner und Zweitplatzierte qualifizieren sich für  zum World Finale in Potchefstroom / Südafrika das dort als offizielle Weltmeisterschaft der FAI vom 05. – 12. November ausgeflogen wird. Weitere Grand Prix wurden 2016 in Chile, Spanien, Russland, Italien, Frankreich, Österreich,  Großbritannien und den USA ausgeflogen. Erstmals richtet die Fliegergruppe Freudenstadt mit dem Grand Prix einen Segelflugwettbewerb mit Regattastart durch. Der Grand Prix steht für eher kürzeres Tagesaufgaben, wobei Sportdirektor Axel Reich sicherlich das eine oder andere Mal Musbach als Wendepunkt für die Zuschauer mit einfließen lassen wird. Alle Teilnehmer gehen nach Öffnen der Startlinie gemeinsam auf Strecke.  Die Aufgaben sind in der Regel eher kurz. Zwischen zwei und drei Stunden werden die Piloten  unterwegs sein. Wenn das Wetter mitspielt, werden sich die maximal 20 Piloten über dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb rasante Luftrennen liefern. Der Pilot der als erstes die Ziellinie überfliegt ist auch Tagesieger. So findet die Siegerehrung der Tagesbesten auch gleich nach der Ankunft der ersten drei statt. Maximal erhalten die ersten 10 Piloten abgestuft Punkte. Das Teilnehmerfeld setzt sich mit Gästen aus Frankreich, Polen, Tschechei, Schweden, Niederlande, Südafrika und Deutschland zusammen. Dabei sind mehrere Weltmeister, Vizeweltmeister und Spitzenpiloten. Von den deutschen Teilnehmern kennt Mathias Sturm (Weltmeister 2008) vom benachbarten LSV Schwarzwald Musbach und das Fluggebiet wie aus der Westentasche. Mario Kießling wurde 1997 in Musbach Junioren- Europameister der Standardklasse. Der zweifache Weltmeister Holger Karow von der FG Wolf-Hirth will sicherlich sein Ticket zum Finale lösen, wie auch Georg Theisinger als mehrfacher WM-Teilnehmer  von der DJK Segelfluggemeinschaft Landau. Die weiteste Anreise hat Laurens Goudriaan aus Südafrika zu leisten. Wie er sich und die weitern Internationalen Teilnehmer auf das Fluggebiet einstellen wird ist eine spannende Frage. Steht die Woche unter Hochdruckeinfluss sind bei hoher Basis schnelle Schnitte und entspannte Flüge über dem Relief  zu erwarten. Bei gemischten Wetterlagen steht die Option zwischen Schwarzwald, Neckartal und Schwäbischer Alb zur Verfügung. Auch Ausflüge ins Rheintal oder die Pfalz sind bei bestimmten Wetterlagen möglich. Gespannt darf man sein wie sich der neue  Ventus 3 von Schempp-Hirth bei einem seiner ersten Wettbewerbseinsätze behauptet. Mit Kießling fliegt ihn ein absoluter Spitzenpilot.  Ansonsten setzen die Piloten auf bewährte Luftrenner wie die ASG-29, Ventus 2, JS 1 und Antares 18- Meter.  IGC Referee Christof Geißler wird am heimischen Flugplatz vor Ort sein. Meteorologe Walter Hermann steht für exakte Voraussagen. Der FAI Sailplane Grand Prix Germany  startet am 06. August mit dem offiziellen Training. Eröffnet wird er am Sonntag 07. August. Luftrennen finden bei passendem Wetter bis zum 13. August statt. Die FG Freudenstadt würde sich freuen zahlreiche Fliegerfreunde in Musbach willkommen zu heißen.

Text und Bilder: Lothar Schwark

 

Schlusslaterne wieder abgegeben

FG Freudenstadt erfliegt Rundensieg in Runde 14. Schlechtes Flugwetter brachte Musbacher Piloten  bis jetzt acht Nullrunden.

In der 2. Segelflug-BUNDESLIGA hat die Fliegergruppe Freudenstadt mit ihrem Rundensieg und Teamspeed wieder etwas Fuß gefasst. In diesem Jahr blicken die Musbacher Piloten nach 14 Wertungsrunden auf wetterbedingte acht Nullrunden zurück. Während in Norddeutschland beste Bedingungen herrschten war in Musbach nur Magerkost angesagt und durch die vielen Regenfälle lies das aufgeweichte Fluggelände mehrmals keine Starts zu. Ihre Qualitäten spielten die Aufwindjäger in Runde 3 mit dem Rundensieg aufblitzen. In Runde 4 sprang Platz 8 heraus, während Runde 6 den 20. Tagesrang brachte. Nach vier Nullrunden in Folge folgte ein 22 Rang, wieder eine Nullrunde und dann Platz 16. So war man nach und Runde 13  aufs Tabellenende zurückgerutscht. Mit dem Rundensieg in Runde 14 gab man die Rote Laterne wieder ab und liegt mit 55 Zählern nun auf Gesamtplatz 26. Sechs Punkte fehlen noch auf den rettenden Nichtabstiegsplatz den derzeit der LSG Hersbruck mit 61 Punkten hält. Am vergangenen Wochenende lief es in Musbach endlich wieder gut und die dortigen Piloten legten gute Flüge vor. Vom OLC Glider Race auf der Wasserkuppe gut eingeflogen spurtete Timo Lehrke mit dem Discus 2b über der Alb und Schwarzwald mit 94,67 Punkten / 100,35 km/h in der 2:30 Stunden Wertungszeit dahin. Dabei legte er mit einer Jo-Jo Einlage über der Schwäbischen Alb insgesamt 622 km zurück. In der Tageswertung des OLC (Online Contest) brachte das Weltweit Platz 38. In Deutschland sprang bei 360 Flügen Tagesplatz 4 heraus. Zweitschnellster Sprinter in Runde 14 wurde Hansjörg Rothfuß der mit seiner DG 800 B/18m 92,56 Punkte/105,65 km/h über dem Schwarzwald und der Alb erflog(Insgesamt 476,76 km).  Als drittschnellster Sprinter war tags zuvor Michael Buchthal auf einem Discus 2a über dem Schwarzwald mit 92,47 Punkte / 98,02 km/h unterwegs. Weitere Langstreckenflüge absolvierten am zurückliegenden Wochenende Reiner Haist (Kestrel 17) mit 442 km, Joachim Treier (Discus) 394 km, Tilman Fuchs 364 km, Axel  Reich HPH 304 Shark 268 km, Andre Bernhardt (Discus) 205 km. Nun ist man zuversichtlich das man zumindest in den verbleibenden fünf Runden noch einige Plätze gut machen kann und dem Abstiegsgespenst entgehen kann. „Irgend wann muss das Wetter ja wieder vernünftig mitspielen“ kommentierte Timo Lehrke den Verlauf der Bundesliga. Für ihn war es gutes Training zur Junioren –DM der Standardklasse die er ab Anfang August in Marpingen Saarland mitfliegt.

Ergebnis 2. Segelflug- BUNDESLIGA Runde 14.
1. FG Freudenstadt (BW) 279,70 Speed / 20 Punkte.
2. FLG Grabenstetten (BW) 265,65 Speed / 19. Punkte.
3. AC Esslingen (BW) 274,60 / 18. Punkte.

Laufende Gesamtwertung 2. Segelflug-BUNDESLIGA nach 14 Runden.
1.HAC Boberg (HH) 184 Punkte.
2. LSV Gifhorn (NI) 182 Punkte.
3. AC  Pirna (SN) 175 Punkte.

26. FG Freudenstadt (BW) 55 Punkte.

Auch in der 2. Segelflug-Bundesliga ist Timo Lehrke aktuell ein zuverlässiger Punktelieferant.
Auch in der 2. Segelflug-Bundesliga ist Timo Lehrke aktuell ein zuverlässiger Punktelieferant.

Text und Bild: Lothar Schwark

 

 

 

Nachruf Gerhard Pfefferle

Fliegergruppe Freudenstadt nimmt Abschied von Gerhard Pfefferle. Segelfliegen war seine Leidenschaft. Am Aufbau des Fluggeländes mitgewirkt.

Die Fliegergruppe Freudenstadt trauert um ihr verstorbenes Mitglied Gerhard Pfefferle. 1967 trat er in den Verein ein. Das Segelfliegen  begeisterte ihn von Anfang an. Noch in den Wanderjahren der Fliegergruppe, die zu jener Zeit noch über kein eigenes Fluggelände verfügte, erlernte der Schreinermeister auf dem Flugplatz Winzeln das Fliegen. Mit viel Tatkraft und Idealismus war Pfefferle dabei, als man ab 1969 in Musbach begann ein eigenes Fluggelände zu erschaffen. So gehört er zu jener Aufbaugeneration, die mit viel Enthusiasmus in vielen arbeitsreichen Jahren die Infrastruktur für ein heute Weltweit bekanntes Fluggelände erschuf. Auch in der Werkstatt der Fliegergruppe Freudenstadt war Pfefferle immer wieder aktiv. Seine Kenntnisse als Schreinermeister waren in Zeiten der Holzflugzeuge hoch  gefragt. Bei mancher Grundüberholung eines Segelflugzeuges war er maßgeblich beteiligt.  Auch sonst beteiligte sich er mit viel Begeisterung am Vereinsleben. Wenn es seine Zeit erlaubte, widmete sich Pfefferle mit Freude dem Segelflug. Das lautlose Schweben war ein guter Ausgleich zu seinem Arbeitsleben, als Inhaber eines Schreinerbetriebes in Dornstetten. Anfangs hob Pfefferle gerne mit seiner geschätzten K-6E, ein Segelflug aus Holz ab. Mit diesem Flugzeug erlebte er viele erfüllte Stunden in Aufwinden rund um den Schwarzwald. Mit dem Eigenstartfähigen Segelflugzeug ASH -26 erfüllte sich Pfefferle einen großen Traum. Ungebunden konnte er in seinem Ruhestand auch unter der Woche auf dem Musbacher Fluggelände abheben und das fesselnde Spiel mit Wind und Wolken genießen. Von diesen Erlebnissen konnte er lange zehren und der Musbacher Flugplatz war lange seine Heimat. Die Liebe zu Musbach so groß, das der Schreinermeister dort ein Haus erbaute. Gesundheitsbedingt beendet Pfefferle vor Jahren die aktive Fliegerei. Die Kameraden der FG Freudenstadt nehmen Abschied von einem Mitglied, das für den Verein viel geleistet hat.

Gerhard Pfefferle gehörte zu jener Aufbaugeneration die das Fluggelände in Musbach mit Tatkraft erschuf.
Gerhard Pfefferle gehörte zu jener Aufbaugeneration die das Fluggelände in Musbach mit Tatkraft erschuf.

Text: Lothar Schwark
Bild : Max Kappler